Kreatin, Magnesium oder Q10? Was Studien wirklich zeigen

Diese 3 Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt ein Arzt wirklich – Was Studien tatsächlich zeigen

Nahrungsergänzungsmittel boomt – aber was ist wirklich sinnvoll?

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel wächst seit Jahren rasant. Versprochen werden mehr Energie, bessere Konzentration, schneller Muskelaufbau oder sogar ein längeres Leben. Doch viele dieser Versprechen sind wissenschaftlich kaum belegt.

Der Mediziner Dr. Tobias Weig weist darauf hin, dass die meisten Menschen deutlich mehr Geld für Nahrungsergänzungsmittel ausgeben, als ihnen tatsächlich gesundheitlich nützt. Entscheidend sei deshalb, zwischen Marketing und wissenschaftlicher Evidenz zu unterscheiden.

Nahrungsergänzung ersetzt keine gesunde Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung bleibt die wichtigste Grundlage für Gesundheit. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, hochwertige Eiweißquellen und regelmäßige Bewegung können laut dem Arzt den überwiegenden Teil möglicher Nährstoffdefizite verhindern.

Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb nur gezielt eingesetzt werden – etwa bei nachgewiesenem Mangel, besonderen Lebenssituationen oder bestimmten Erkrankungen.

Kreatin gehört zu den am besten untersuchten Supplements

Kreatin zählt zu den wissenschaftlich am besten erforschten Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt.

Der Stoff unterstützt die schnelle Energiebereitstellung in den Muskelzellen und kann dadurch Kraft, Leistungsfähigkeit und Muskelaufbau verbessern. Besonders beim Krafttraining oder kurzen, intensiven Belastungen profitieren viele Sportler von einer regelmäßigen Einnahme.

Auch für ältere Menschen könnte Kreatin interessant sein. Studien deuten darauf hin, dass es in Kombination mit Krafttraining helfen kann, Muskelkraft und Mobilität länger zu erhalten.

Als übliche Dosierung gelten etwa 3 bis 5 Gramm täglich. Eine Ladephase wird heute häufig nicht mehr als notwendig angesehen.

Magnesium und Zink erfüllen wichtige Aufgaben

Magnesium ist an hunderten Stoffwechselprozessen beteiligt. Es unterstützt unter anderem Muskeln, Nerven, Herzfunktion und Energieproduktion.

Ein Mangel kann sich beispielsweise durch Muskelkrämpfe, Müdigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar machen. Besonders Menschen mit hoher körperlicher Belastung oder bestimmten Erkrankungen können einen erhöhten Bedarf haben.

Auch Zink spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem, die Wundheilung und den Zellstoffwechsel. Gleichzeitig sollte eine Überdosierung vermieden werden, da zu viel Zink langfristig einen Kupfermangel verursachen kann.

Der Arzt empfiehlt daher, Nahrungsergänzungen möglichst anhand von Blutwerten und ärztlicher Beratung auszuwählen.

Coenzym Q10 kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein

Coenzym Q10 wird vom Körper selbst gebildet und spielt eine zentrale Rolle bei der Energieproduktion in den Mitochondrien.

Mit zunehmendem Alter sinken die körpereigenen Q10-Spiegel. Außerdem können bestimmte Cholesterinsenker (Statine) die körpereigene Produktion reduzieren.

Einige Studien zeigen, dass Q10 dadurch statinbedingte Muskelbeschwerden lindern könnte. Die Studienlage gilt jedoch noch nicht als eindeutig.

Wer Q10 verwendet, sollte es idealerweise zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen, da der Stoff fettlöslich ist.

Typische Fehler bei Nahrungsergänzungsmitteln

Der Arzt nennt mehrere häufige Fehler:

  • mehrere Präparate gleichzeitig einnehmen
  • unbekannte Pflanzenextrakte kombinieren
  • Dosierungen überschreiten
  • billige Produkte unbekannter Herkunft kaufen
  • mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten unterschätzen

Besonders wichtig sei, sämtliche Nahrungsergänzungen dem behandelnden Arzt mitzuteilen.

Blutwerte statt Selbstdiagnose

Nicht jeder benötigt automatisch Vitaminpräparate oder Mineralstoffe.

Blutuntersuchungen können helfen festzustellen, ob tatsächlich ein Mangel besteht. Erst danach sollte über eine gezielte Supplementierung entschieden werden.

Dadurch lassen sich unnötige Kosten und mögliche Nebenwirkungen vermeiden.

Fazit

Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Die wissenschaftliche Evidenz spricht vor allem für Kreatin, Magnesium, Zink und teilweise Coenzym Q10 – allerdings nicht für jeden Menschen gleichermaßen.

Entscheidend bleiben eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und medizinisch begründete Entscheidungen statt Werbeversprechen. Wer Nahrungsergänzungsmittel gezielt und verantwortungsvoll einsetzt, kann davon profitieren, sollte sie jedoch niemals als Ersatz für einen gesunden Lebensstil betrachten.

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