Diese Lebensmittel stehen in der EU im Fokus – Was Verbraucher wirklich wissen sollten
Lebensmittel sind ein fester Bestandteil unseres Alltags. Doch nicht alles, was im Supermarkt erhältlich ist, gilt automatisch als unbedenklich. Die Europäische Union überprüft regelmäßig Inhaltsstoffe und Herstellungsverfahren, wenn wissenschaftliche Hinweise auf mögliche Gesundheitsrisiken vorliegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes betroffene Lebensmittel verboten ist. Vielmehr werden Grenzwerte angepasst, Warnhinweise vorgeschrieben oder bestimmte Stoffe neu bewertet.
Hier erfahren Sie, welche Lebensmittel und Inhaltsstoffe derzeit besonders im Fokus stehen und wie Sie bewusste Entscheidungen beim Einkauf treffen können.
Kaffee: Mehr Vorteile als Risiken?
Kaffee gehört zu den meistgetrunkenen Getränken Europas. Beim Rösten entsteht allerdings Furan, eine flüchtige Verbindung, die in Tierversuchen als potenziell krebserregend eingestuft wurde. Für den Menschen gibt es bislang keine eindeutigen Belege, dennoch wird Furan von europäischen Behörden beobachtet.
Die gute Nachricht: Furan verflüchtigt sich teilweise, wenn frisch gebrühter Kaffee kurz abkühlt und umgerührt wird. Zudem zeigen zahlreiche Studien, dass moderater Kaffeekonsum – etwa drei bis vier Tassen täglich – für die meisten gesunden Erwachsenen mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden sein kann.

Phosphorsäure und Sulfite
Cola, Energy Drinks und einige Erfrischungsgetränke enthalten zugesetzte Phosphorsäure. In hohen Mengen kann eine übermäßige Phosphataufnahme langfristig den Knochenstoffwechsel beeinflussen.
Sulfite wiederum werden häufig Wein, Trockenfrüchten oder einigen Fertigprodukten zugesetzt. Empfindliche Personen können darauf mit pseudoallergischen Reaktionen reagieren. Deshalb bewertet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) diese Zusatzstoffe regelmäßig neu.
Energy Drinks
Energy Drinks liefern oft hohe Mengen an Koffein und Zucker. Bereits eine große Dose kann einen erheblichen Teil der empfohlenen täglichen Koffeinzufuhr enthalten.
Mögliche Folgen eines übermäßigen Konsums sind:
- Nervosität
- Schlafstörungen
- Herzklopfen
- Blutdruckanstieg
- Unruhe
Viele Fachgesellschaften empfehlen deshalb, dass Kinder und Jugendliche möglichst auf Energy Drinks verzichten sollten.
Raubfische und Quecksilber
Fisch liefert hochwertiges Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren. Große Raubfische wie Schwertfisch oder bestimmte Thunfischarten können jedoch erhöhte Mengen an Methylquecksilber enthalten.
Besonders Schwangere, Stillende und kleine Kinder sollten deshalb auf die Auswahl geeigneter Fischarten achten und die Verzehrempfehlungen beachten.
Raucharomen
Raucharomen werden unter anderem in Wurstwaren, Chips, Saucen und Fertiggerichten eingesetzt.
Nach einer Neubewertung kam die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zu dem Schluss, dass für mehrere Raucharomen Sicherheitsbedenken bestehen. Deshalb werden einige bisher zugelassene Raucharomen schrittweise vom Markt genommen. Übergangsfristen gelten je nach Produkt noch bis 2029.
Künstliche Farbstoffe
Einige synthetische Farbstoffe stehen seit Jahren in der Diskussion. Für bestimmte Azofarbstoffe müssen bereits Warnhinweise auf Verpackungen angebracht werden, da Hinweise auf mögliche Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern bestehen.
Auch andere Farbstoffe werden von europäischen Behörden regelmäßig neu bewertet.
CBD-Produkte
CBD-Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Als Lebensmittel sind sie in der Europäischen Union jedoch bislang nicht allgemein zugelassen. Hintergrund ist, dass die Sicherheitsbewertung noch nicht abgeschlossen ist.
Verbraucher sollten daher vorsichtig sein, wenn mit gesundheitlichen Wirkungen geworben wird.
Gepökelte Fleischwaren
Schinken, Salami und Speck enthalten häufig Nitrit- oder Nitratpökelsalz.
Beim starken Erhitzen können Nitrosamine entstehen, die als potenziell krebserregend gelten. Deshalb empfehlen Ernährungsexperten generell, den Konsum stark verarbeiteter Fleischprodukte zu begrenzen.
Nahrungsergänzungsmittel
Nicht jedes Nahrungsergänzungsmittel ist automatisch sinnvoll oder risikofrei.
Einige Pflanzenstoffe und hochdosierte Inhaltsstoffe werden derzeit intensiv wissenschaftlich untersucht, darunter:
- Curcumin
- Piperin
- Melatonin
- Cumarin
- Johanniskraut
- Tryptophan
Besonders problematisch können hohe Dosierungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten sein. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb gezielt und nicht wahllos eingesetzt werden.
Pommes, Chips und Acrylamid
Beim starken Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel entsteht Acrylamid.
Dazu gehören unter anderem:
- Pommes frites
- Kartoffelchips
- Kekse
- Toast
- Backwaren
Je dunkler Lebensmittel gebräunt oder sogar verbrannt werden, desto höher kann der Acrylamidgehalt sein.
Eine einfache Faustregel lautet deshalb:
Goldgelb statt dunkelbraun.
Fazit
Nicht jedes Lebensmittel, das wissenschaftlich untersucht oder von der EU reguliert wird, ist automatisch gefährlich oder verboten. Entscheidend sind die verzehrte Menge, die Häufigkeit sowie das gesamte Ernährungsmuster.
Wer überwiegend frische, wenig verarbeitete Lebensmittel isst, Zucker und stark verarbeitete Produkte reduziert und Nahrungsergänzungsmittel bewusst einsetzt, schafft bereits eine gute Grundlage für eine gesunde Ernährung.